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Reineke Fuchs

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Wußte groß- oder kleiner Vergehn? Ich würde bedächtig Eure Gegenwart fliehn und meine Feinde vermeiden. Nein, mich hätten gewiß aus meiner Feste nicht sollen Alle Schätze der Welt hierher verleiten; da war ich Frei auf eigenem Grund und Boden. Nun bin ich mir aber Keines übels bewußt, und also bin ich gekommen. Eben stand ich, Wache zu halten; da brachte mein Oheim Mir die Zeitung, ich solle nach Hof. Ich hatte von neuem, Wie ich dem Bann mich entzöge, Vieles gesprochen, und er gelobte mir heilig, er wolle Mich von dieser Bürde befrein. Ich werde nach Rom gehn, Sagt' er, und nehme die Sache von nun an völlig auf meine Schultern, geht nur nach Hofe, des Bannes werdet Ihr ledig. Sehet, so hat mir Martin geraten, er muß es verstehen: Denn der vortreffliche Bischof, Herr Ohnegrund, braucht ihn beständig; Schon fünf Jahre dient er demselben in rechtlichen Sachen. Und so kam ich hieher und finde Klagen auf Klagen. Das Kaninchen, der äugler, verleumdet mich; aber es steht nun Reineke hier: so tret er hervor mir unter die Augen! Denn es ist freilich was leichtes, sich über Entfernte beklagen Aber man soll den Gegenteil hören, bevor man ihn richtet. Diese falschen Gesellen, bei meiner Treue! sie haben Gutes genossen von mir, die Krähe mit dem Kaninchen: Denn vorgestern am Morgen in aller Frühe begegnet' Mir das Kaninchen und grüßte mich schön; ich hatte soeben Vor mein Schloß mich gestellt und las die Gebete des Morgens. Und er zeigte mir an, er gehe nach Hofe; da sagt ich: Gott begleit Euch! Er klagte darauf. Wie hungrig und müde Bin ich geworden! Da fragt ich ihn freundlich: Begehrt Ihr zu essen? Dankbar nehm ich es an, versetzt' er. Aber ich sagte: Geb ichs doch gerne. So ging ich mit ihm und bracht ihm behende Kirschen und Butter: ich pflege kein Fleisch am Mittwoch zu essen. Und er sättigte sich mit Brot und Butter und Früchten. Aber es trat mein Söhnchen, das jüngste, zum Tische, zu sehen, Ob was übriggeblieben: de Und der Knabe haschte darnach. Da schlug das Kaninchen Hastig ihn über das Maul, es bluteten Lippen und Zähne. Reinhart, mein andrer, sah die Begegnung und faßte den äugler Grad an der Kehle, spielte sein Spiel und rächte den Bruder. Das geschah, nicht mehr und nicht minder. Ich säumte nicht lange, Lief und strafte die Knaben und brachte mit Mühe die beiden Auseinander. Kriegt er was ab, so mag er es tragen, Denn er hatte noch mehr verdient; auch wären die Jungen, Hätt ich es übel gemeint, mit ihm wohl fertig geworden.
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB: Mit Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz, BeurkundungsG, BGB-Informationspflichten-Verordnung, Einführungsgesetz, ... und Wohnungseigentumsgesetz
von Helmut Köhler
Siehe auch:
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