| |
Stirbt das Tier, so fährt der Geruch
in alle Gebeine, Bleibt
beständig darin und läßt sie nimmer verwesen,
Alle Seuche treibt er hinweg und alle
Vergiftung.
Ferner sah man die köstlichsten
Bilder am Rücken des Kammes Hocherhaben,
durchflochten mit goldenen zierlichen Ranken Und mit rot- und blauer La
sur. Im mittelsten Felde
War die Geschichte künstlich gebildet,
wie Paris von Troja Eines
Tages am Brunnen saß, drei göttliche Frauen Vor
sich sah, man nannte sie Pallas und Juno und Venus. Lange
stritten sie erst, denn jegliche wollte den Apfel Gerne
besitzen, der ihnen bisher zusammen gehörte; Endlich
verglichen sie sich: es solle den goldenen Apfel Paris
der Schönsten bestimmen, sie sollt allein ihn behalten.
Und
der Jüngling beschaute sie wohl mit gutem Bedachte.
Juno sagte zu ihm: Erhalt ich den Apfel,
erkennst du Mich
für die Schönste, so wirst du der erste vor allen an Reichtum.
Pallas versetzte: Bedenke dich wohl
und gib mir den Apfel, Und
du wirst der mächtigste Mann; es fürchten dich alle,
Wird dein Name genannt, so Feind als
Freunde zusammen. Venus sprach: Was
soll die Gewa lt?
was sollen die Schätze? Ist
dein Vater nicht König Priamus? deine Gebrüder,
Hektor und andre, sind sie nicht reich
und mächtig im Lande? Ist
nicht Troja geschützt von seinem Heere? und habt ihr
Nicht umher das Land bezwungen und
fernere Völker? Wirst
du die Schönste mich preisen und mir den Apfel erteilen,
Sollst du des herrlichsten Schatzes
auf dieser Erde dich freuen. Dieser
Schatz ist ein treffliches Weib, die Schönste von allen,
Tugendsam, edel und weise, wer könnte
würdig sie loben? Gib
mir den Apfel, du sollst des griechischen Königs Gemahlin,
Helena mein ich, die schöne, den
Schatz der Schätze besitzen.
Und er gab ihr
den Apfel und pries sie von allen die Schönste. Aber
sie half ihm dagegen die schöne Königin rauben,
Menelaus' Gemahlin, sie ward in Troja
die Seine. Diese
Geschichte sah man erhaben im mittelsten Felde. Und
es waren Schilder umher mit künstlichen Schriften;
Jeder durfte nur lesen, und so verstand
er die Fabel.
Höret nun
weiter vom Spiegel! daran die Stelle des Glases Ein
Beryll vertrat von großer Klarheit und Schönheit;
Alles zeigte sich drin, und wenn es
meilenweit vorging, War
es Tag oder Nacht. Und hatte jemand im Antlitz
|  |
|
| |
|
|